Mittwoch, 18. Mai 2016

Buchstabeneinführung

Um meinen Schülern in der ersten Stunde mit dem neuen Buchstaben das Aussehen und das richtige Schreiben der Buchstaben handlungsorientiert näherzubringen und dabei möglichst alle Lerntypen anzusprechen, führe ich meine Buchstaben folgendermaßen ein (ich bin mir sicher, viele von euch machen es genauso/ähnlich)
  1. Ich lese eine Geschichte mit dem neuen Buchstaben deutlich betont vor. Dabei müssen die Kinder den neuen Buchstaben erraten und als Beweis ein Wort aus der Geschichte (später dann andere Wörter, die ihnen einfallen) nennen.
  2. Ich schreibe den Buchstaben mit Lineatur und Häuschen an die Tafel (wo wohnt der Buchstabe?) und spreche dabei die Anweisung laut mit.
  3. Die Kinder schreiben ihn mit mir in der Luft, dann auf dem Tisch und auf dem Rücken des Nachbarn nach. 
  4. Danach durchlaufen die Kids die Schreibstationen und stempeln jede Station auf ihrem Laufzettel ab. Das macht ihnen total Spaß und ich sehe, wer schon wo war und wie lange sie noch brauchen.
  5. Die letzte Station is das Schreiben des Groß- und Kleinbuchstaben an der Tafel für mich, damit ich sehe, wer es falsch macht und korrigieren kann.
  6. Anschließend holen die Schüler sich ihr Schreiblernheft und arbeiten individuell an den von mir an der Tafel angeschriebenen Seiten zum Nachspuren, Abschreiben, Hören von Lauten (An-, In- und Endlaut).
 
Die Stationen sind dabei Folgende:
  • Buchstaben kneten
  • Buchstaben im Sand (Vogelsand)  schreiben
  • Buchstaben mit Pfeiffenputzer biegen
  • Buchstaben mit dem Buchstabenpuzzle legen. Die Puzzleteile habe ich auf dem tollen Blog Krabbelwiese gefunden
  • Buchstaben an der Tafel schreiben
  • Buchstaben auf der großen Papierrolle von IKEA schreiben 

Bei den Stationen selbst geht es um die erste eigenständige Auseinandersetzung mit dem Buchstaben, wie er aussieht und wie ich ihn schreiben muss. Das war vorher vielleicht von mir nicht richtig ausgedrückt - danke für die Kommentare dazu!
Die Lautung wird zu Anfang mit der Geschichte und Wörtern daraus angeschnitten und später vertieft, u.a. auch im Schreiblernheft selbst und in weiteren Übungen mit Bildkarten usw. Außerdem haben wir ein zusätzliches Schreibheft mit bunten Linien, in dem das korrekte und saubere Schreiben des Buchstaben und passenden Wörtern noch tiefergehend geübt wird.

Wie führt ihr denn die Buchstaben ein?
Und wie übt ihr dann die Lautung der Buchstaben tiefergehend?
Ich freue mich über regen Austausch und weitere Ideen!

Liebe sonnige Grüße!

Kommentare:

  1. Ja so in der Art habe ich das auch gemacht....Eine Idee ist noch, den Buchstaben mit Krepp auf den Boden zu kleben und die Kinder diesen dann mit Zehenspitzen nachlaufen zu lassen (Natürlich in entsprechender Schreibrichtung)...Oder den Buchstaben aus alter Zeitung herauszusuchen und auszuschneiden....

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  2. Was mich ein wenig wundert, dass sich nahezu alle Stationen/Aufgaben auf die motorische Komponente beziehen, aber kaum Übungen zur phonologischen Bewusstheit enthalten sind. In den meisten Fällen dürfte aber doch das Hören/Wiedererkennen des Lautes die Stolperstelle sein.
    Welchen (positiven) Effekt hat denn das Nachlaufen des Buchstabens?

    Zum Thema Lerntypen verweise ich auch auf folgenden Aufsatz: http://www.ifdn.tu-bs.de/didaktikbio/mitarbeiter/looss/looss_Lerntypen.pdf

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    1. Hallo Herr Emrich,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Hören des Lautes (An-, In- und Endlaut) erarbeite ich mit der Klasse im Plenum, um zu Überprüfen ob es auch die lernschwächeren Kinder verstanden haben. Zudem gibt es im Schreiblernheft genau dazu (wie unter 6. erwähnt) Übungen und ich habe Bildkarten zu den einzelnen Buchstaben, die ich immer wieder auch in Gruppen oder mit Einzelnen einsetze.
      Das Hören des Lautes wird außerdem auch durch die Geschichte geschult, mit der sie den Buchstaben erraten und mir dann Wörter aus der Geschichte, oder auch eigene Einfälle nennen.
      Die Stationen selbst beziehen sich nur auf die Buchstabeneinführung, das richtige motorische Schreiben.
      Liebe Grüße aus dem sonnigen Klassenzimmer!

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    2. Ja, aber das Biegen von Pfeiffernputzern sorgt ja nicht für das richtige motorische Schreiben und puzzeln oder kneten auch nicht. Da kann es ja lediglich um die Optik oder eine all. Motorikschulung gehen... Wo ich immer denke - das spare ich mir bei der BSeinführung und mache es gezielt wann anders :o) . Oder ich ersetze sie durch eben solche Übungen, die die korrekte Schreibung des Buchstaben tatsächlich üben. Zumindest, wenn ich Stationen unter diesem Gesichtspunkt anbieten will. Alles andere hat in gewissen Fällen sicherlich auch seine Berechtigung, Motorikschulung und so, aber ansonsten ja nicht. Oder? LG *valessa

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    3. Hallo Valessa,
      ich stimme dir zu. Die Pfeiffenputzer und das Kneten habe ich auch als erstes weggelassen, als ich die Stationen auch wegen dem Zeitaufwand reduziert habe und mir andere Übungen dann wichtiger waren ;) Es ist eine nette Sache, weil die Kids dann etwas mit den Händen formen und sich über die Form des Buchstabens bewusster werden, also optisch und motorisch etwas anders mal arbeiten. Unser Schreiblernheft ist gut, da wird das korrekte Schreiben sehr gut geübt, außerdem haben wir noch ein extra Schreibheft mit bunten Linien zum Schreiben üben. Von daher kommt das Buchstabenschreiben selbst bei uns auf keinen Fall zu kurz :)
      Liebe Grüße!

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    4. Hallo, ich wollte mir noch einmal den Wörterturm ansehen jedoch funktioniert die Seite die bei Grundschulblogs verlinkt ist nicht und ich kann den Post nicht mehr finden, LG Sandra

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    5. Schon wieder da :-) Danke lg

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    6. Hallo Sandra,
      einige Dateien hatten etwas Probleme, deshalb musste ich den Post vorübergehend deaktivieren. Ich werde nun nach und nach die Themen-pdfs wieder hochladen, es werden also stetig mehr werden :)

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    7. Lieber Herr Emrich,
      es gibt aber auch Ansätze, die der Meinung sind , dass die phonologische Bewusstheit überbewertet wird! (z.B.: Fröhler, Lilo...) Hier distanziert man sich klar von der Anlauttabelle und Lautschulungsübungen!
      Das Nachlaufen der Buchstaben wird vor allem beim Bewegtem Lernen vorgeschlagen, da sich Kinder in Bewegung leichter etwas merken. Die Schreibrichtung wird auch geübt. Der neue Buchstabe soll über die Muskulatur erspürt und im Gehirn verankert werden.
      Es gibt immer mehr sprachauffällige Kinder, die Probleme haben die Mund- und Zungenbewegungen richtig zu steuern. Diese Fähigkeit entwickelt sich auch mit Hilfe des Tast- und Bewegungssinnes.

      Liebe Valessa,
      wenn man es gezielt woanders macht, ist die Frage wie oft kann man/du das einbauen, denn 1x pro Monat oder alle paar Monate ist bestimmt zu wenig, da die Kinder in diesen Bereichen immer mehr Probleme zeigen. Ich finde es von daher gar nicht schlimm, 1-2 Stationen beim Buchstabentag einzubauen.

      Lg

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  3. Hallo, ich wollte hier einfach mal reinschreiben das deine Buchstabeneinführung super ist. Ich selbst bin in der 4. Schulwoche mit meiner ersten Klasse und werde das mit der Geschichte definitiv übernehmen! Vielen Dank!!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz:-)

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    1. Hallo in die Schweiz! Vielen Dank für die nette Nachricht :)
      Die Geschichten zu den Buchstaben gibt es auch schon, sie sind bei “Deutsch“ ABC/Lautgeschichten zu finden. Weitere sind schon in Arbeit :)
      Sonnige Grüße, Ann

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  4. Die Buchstabeneinführung funktioniert bei mir auch so. Erst einmal muss sichergestellt werden, dass alle Kinder den Buchstaben wiedererkennen. Dafür finde ich das Kneten, Biegen, Nachlaufen usw. ganz hilfreich. Ich habe mir auch noch das Nachbauen mit Maisflocken überlegt. Die gibt es in vielen Farben zu kaufen- oft hat man die "Dinger" aber auch als Füllmaterial in Paketen, sind dann nur nicht bunt. Ein feuchter Schwamm, die Flocken kurz darauf drücken und es klebt. Damit es dann phonologisch noch anschaulicher wird habe ich einen Drathbügel aus der Reinigung genommen, den Laut groß auf ein Blatt (A5 oder 6) geschrieben und in der Mitte des Bügels befesigt. Nun werden alle möglichen Dinge dazugehängt, die mit diesem Laut beginnen. Entweder der Gegenstand oder ein Bild davon. Also bei "N n" hängt eine Nuss, ein Nuckel, ein besonder großer Nagel, aber auch Bilder von Nashorn und Nilpferd daran. Oft gibt es auch etwas, was man essen kann (ein Stück Apfel, eine Dattel, etwas Popcorn oder ein Frosch aus der Haribo- Tüte) Am Anfang habe ich das Meiste in der Buchstabenkiste, später bringen die Kinder etwas von zu Hause mit. Die haben tolle Ideen und viele Eltern unterstützen die Kinder dabei. Zusätzlich haben wir ein ABC- Heft, bei dem jeder Laut seine eigene Seite hat. In Anlehnung an das ABC- Heft von Ute Andresen haben ich mir etwas Ahnliches ausgedacht. Jeder Buchstabe hat einen kleinen Spruch, den wir gemeinsam auswendig lernen, alle passenden Buchstaben im Text werden mit der Lieblingsfarbe sauber ausgemalt und die restliche Seite wird mit passenden Buchstaben und Bildern gesteltet. Und zum Schluss sammeln wir auch noch alle Wörter, die mit dem Laut beginnen und die werden dann auf eine Liste geschrieben. So entsteht noch unsere eigene Wörterfabrik. Dazu Kinderbuch mit dem gleichlautenden Titel. So, das war jetzt eine ganze Menge und ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen.
    Liebe Grüße!
    Dagmar

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  5. Hi Alle!m
    Ich denke das die meisten von uns ähnlich arbeiten.
    Zum Thema "Sinnhaftigkeit" der einzelnen Stationen: für mich steht die Motivation und Lust am Tun im Vordergrund, deswegen finde ich die Knetstation, Pfeifenputzer usw. auch angebracht. Mit dem Wissen, dass sie dadurch den Buchstaben nicht richtig schreiben leinen. Diese Stationen lockern den Unterricht einfach auf. Nicht selten verliert sich ein junges Schulkind beim Kneten und es entstehen lustige Figuren - auch das ist für mich in Ordnung, das die sanfte Schuleingangsphase auch lustig sein soll.
    Mit der Karibu - Serie (Schulbuch) kann ich sicher sein, dass all die anderen Bereiche gut abgedeckt werden. Nach den Selbstlauten und einigen Mitlauten ändere ich dann die Stationen wieder ab, damit nicht zu viel Zeit verloren geht. Ich bin übrigens immer erst mit Ende des 1. Schuljahres mit allen Buchstaben durch (nicht wie andere Kolleginnen oft schon zu Weihnachten!!) Da im Karibu gleich bald mal Übungen zu ersten Silben, Wörtern und dann Sätzen dazu kommen, hab ich auch nie einen Zeitdruck. liebe Grüße aus Österreich!

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  6. Hallo ich finde deine Buchstabeneinführung auch sehr gut. Hätte nur eine Frage machst du die Einführung, die Stationen und das Arbeiten im Buch alles an einem Tag oder teilst du das auf die ganze Woche auf? Liebe Grüße aus Österreich

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  7. Hi aus Kärnten :)
    Ich mache weder einen Buchstabentag, noch einen Buchstaben pro Woche. Jedes Kind nimmt sich einen Plan zu seinem jeweiligen Buchstaben und arbeitet in jeder Deutschstunde daran weiter , nicht alle Kinder haben den gleichen Buchstaben; (habe mindestens Doppelstunden; nie nur eine Stunde). Die Kinder arbeiten in Ihrem persönlichen Tempo an ihren Buchstaben selbstständig weiter! Ich bin damit beschäftigt, schreibrichtung zu kontrollieren, buchstabengeschichten vorzulesen, riesenbuchstaben vorzuschreiben, leseblätter zu kopieren usw...

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